Eine Liebeserzählung…
Handschrift, H 17 cm, B 12,5 cm; geglättetes Baumwollpapier, 148 beidseitig beschriebene Blätter; Titel fehlt. Roter Saffianeinband mit Goldprägung. (Bibliothek des Christianeums)
Die einzige bislang überlieferte Beschreibung dieser Handschrift stammt aus dem Jahr 1878. Marx Johannes Friedrich Lucht, Bibliothekar und Direktor des Christianeums in Altona, zitiert darin Anton August Heinrich Lichtenstein (1753-1816), “Rektor und Professor für morgenländische Sprachen am Gymnasium und Bibliothekar der Stadtbibliothek” [in Hamburg], dem Theodore Henry Goverts die Handschrift zur Begutachtung überlassen habe:
“Enthält eine Sammlung von Liebesgeschichten mit vielen Poesien untermischt. Der Titel fehlt. Die Unterschrift giebt das Jahr der Flucht 814, dies würde das Jahr Christi 1400 sein; es geht diese Zahl aber wol auf das Jahr der Abfassung und nicht der Abschrift. Uebrigens ist die Handschrift (einen Koran, welchen der Herr Marx Grave hieselbst besitzt, ausgenommen) das schönste Probestück von arabischer Kalligraphie in Hamburg und mit den Vocalzeichen durchweg versehen, welches den Anfängern das Lesen und Verstehen der arabischen Bücher um vieles erleichtert.”
Lucht indes findet:
Wenn man übrigens das Aeußere der wohlerhaltenen Handschrift genauer betrachtet und sie mit anderen Handschriften vergleicht, wird man den Zweifel Lichtensteins an dem Alter derselben nicht theilen und ihr ein Alter von 478 Jahren zuerteilen.
(Bericht über das Königliche Christianeum in dem Schuljahre von Ostern 1877 bis Ostern 1878, erstattet von Professor M. J. F. Lucht, Director […] Altona, 1878; S. 22 (online)